Fünf Steine erinnern an Menschen aus Lich, die wegen einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet wurden: an die Geschwister Ludwig, Katharina und Heinrich Ledermann, an Heinrich Nix und an Emilie Engel. Es sind die ersten Licher Stolpersteine für Opfer der sogenannten „Aktion T4“. So wird der Mord an mehr als 70.000 Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten in den Jahren 1940 und 1941 genannt, nach dem Sitz der Planungszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4. Auf den Steinen steht „verlegt“ in Anführungszeichen: Die Verlegung nach Hadamar war der Weg in den Tod.
Die Verlegung begann am Samstag, 18. April 2026, um 12 Uhr in der Hintergasse 43. Nach der Begrüßung durch Hille Neumann von der Arbeitsgruppe und einem Grußwort von Bürgermeister Dr. Julien Neubert führte der frühere hessische Landtagspräsident Karl Starzacher in den historischen Hintergrund ein. Dann setzte Gunter Demnig die Steine, und Schülerinnen und Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule legten weiße Rosen nieder. Zum Abschluss lud die Arbeitsgruppe ins evangelische Gemeindehaus am Wall ein.
In Hadamar bei Limburg wurden von 1941 bis 1945 rund 15.000 Menschen ermordet.
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Vor dem Haus Hintergasse 43 kommen Nachbarschaft, Schule und Arbeitsgruppe zusammen. Foto: Simon Malz -
Ansprache zu Beginn der Verlegung. Foto: Simon Malz -
Ein Grußwort vor den Gästen. Foto: Simon Malz -
Gunter Demnig bringt die drei Steine für die Geschwister Ledermann. Foto: Simon Malz -
Die Steine werden eingesetzt und verfugt. Foto: Simon Malz -
Weiße Rosen für Ludwig, Katharina und Heinrich Ledermann. Foto: Simon Malz -
Der Stein für Katharina Ledermann. Foto: Simon Malz -
In der Mittelgasse 13 setzt Gunter Demnig den Stein für Heinrich Nix. Foto: Simon Malz -
Der Stein für Heinrich Nix. Foto: Simon Malz -
Die Gäste hören zu. Foto: Simon Malz -
Lesung zur Lebensgeschichte, mit einem Porträtfoto. Foto: Simon Malz -
Ein Akkordeon begleitet das Gedenken. Foto: Simon Malz -
„Hier wohnte Emilie Engel“ – der Stein liegt vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort. Foto: Simon Malz -
Gunter Demnig im Gespräch nach der Verlegung. Foto: Simon Malz
Steine dieser Verlegung
Gießener Straße 11
Hintergasse 43
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Heinrich
LedermannJg. 1903 eingewiesen 1928 Heilanstalt Gießen März 1941 Weilmünster ‚verlegt‘ 13.6.1941 Hadamar ermordet 13.6.1941 ‚Aktion T4‘
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Katharina
LedermannJg. 1894 eingewiesen 1928 Heilanstalt Gießen März 1941 Weilmünster ‚verlegt‘ 24.4.1941 Hadamar ermordet 24.4.1941 ‚Aktion T4‘
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Ludwig
LedermannJg. 1892 1928 Heilanstalt Gießen März 1941 Weilmünster ‚verlegt‘ 13.6.1941 Hadamar ermordet 13.6.1941 ‚Aktion T4‘
Mittelgasse 13
Was die Zeilen auf den Steinen bedeuten
Presse
- Stolpersteine erinnern an fünf Licher, die in Hadamar ermordet wurden (öffnet in einem neuen Tab)
Gießener Anzeiger, 13. April 2026